DistSense – Entfernungen ertasten

Diese Reihe experimenteller Interfaces entstand aus der Forschungsfrage, ob und wie die Distanz zu den umgebenden Objekten in haptische Reize übersetzt werden kann.

Der erste Prototyp misst die Distanz durch Berührung und übersetzt sie als ziehen. Er hat eine Reichweite von einem halben Meter.

Der zweite Prototyp misst die Distanz mit einem Sonarsensor, den ein Arduino-Mikrocontroller mittels eines Servos in eine Spreizung von Daumen und Zeigefinger übersetzt. Berühren sich die Finger, berühren sie prinzipiell auch das Objekt. Bei einer Spreizung von 90° geben sie die maximale Messdistanz von drei Metern an.

Der dritte Prototyp misst ähnlich, vermittelt die Messung jedoch als lineare Matrix aus fünf Vibrationsmotoren am Unteram, deren zunehmende Entfernung von der Hand analog der vom Objekt ist.

Im Test bewegten sich vier Personen durch ein einfaches Labyrinth. Alle vier Personen absolvierten zwei Durchgänge mit einem jeweils veränderten Labyrinth, und alle fanden den zweiten Durchgang einfacher. Zwei von ihnen begannen mit dem zweiten Prototypen, und testeten danach den dritten, die anderen beiden testeten sie in umgekehrter Reihenfolge.

Das Projekt entstand im fünften Semester Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Es wurde betreut von Jens Ewald und Prof. Frank Jakob.

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